Hundealltag

Leinenführigkeit

 

Die Leinenführigkeit. Nicht selten bringt sie Hund und Halter zur Verzweiflung.

Doch woran liegt das eigentlich? Für den Hund ist es unnatürlich an der Leine zu laufen und sich nicht frei bewegen zu können. Als Konsequenz sieht man leider sehr häufig das Hund-Mensch-Gespann, bei welchem der Hund den Mensch hinterherzieht. Ziel ist es aber dem Hund zu vermitteln, zu vertrauen und sich durch die Welt führen zu lassen.

Auch für uns war es eine kleine Herausforderung und es gibt immernoch diese Tage, an denen das Pubertier macht, was es will… aber hartes Leinenführigkeitstraining wird belohnt.

Wir haben das ganze durch drei Kommandos geschafft. Die ersten zwei Kommandos sind dabei den meisten Hundehaltern bekannt.

Erstes Kommando: „Leine“

Dieses Kommando soll dem Hund signalisieren, dass er nun an der Leine zu gehen hat. Dies soll sowohl an einer kurzen als auch langen Leine funktionieren. Dabei geht es nicht um das strenge „Fuß“, sondern lediglich darum, dass die Leine nicht auf Spannung ist und locker durchhängt. Bei mir ist dabei auch kurzes Schnüffeln erlaubt.

Zweites Kommando: „Fuß“

Dieses Kommando fordert vom Hund das strikte Fuß laufen, bei dem kein Vorlaufen oder Schnüffeln erlaubt ist. Bei uns kommt dieses Kommando in der Stadt oder auf dem Weg zum Feld zur Anwendung.

 

Doch was, wenn der Hund nicht an der Leine geht und an Fuß gar nicht zu denken ist?

Ich bin jedes Mal konsequent sofort stehen geblieben. Sobald sich der Karabiner am Geschirr aufgrichtet hat und bevor die Leine auf Zug war.

Erst sobald sich Elsa korrigiert hat und die Leine wieder locker war, ging es für uns weiter. Am anfang benötigt dies einiges an Durchhaltevermögen und Ausdauer, aber Hunde kapieren ziemlich schnell, dass sie so nicht ans Ziel kommen. Elsa kam dann immer zurück und hat sich hingesetzt. Manchmal ist sie aber sobald die Leine locker war wieder auf Zug gegangen, dann sind wir eben erneut stehen geblieben.

Neben der Möglichkeit des sofortigen Stehens, existieren auch Methoden wie der Richtungswechsel oder die Blockade. Beim Richtungswechsel läuft man in die entgegengesetzte Richtung, in welche der Hund zieht. Bei der Blockade verwendet man Hand oder Bein um den Hund zu blockieren und am Ziehen zu hindern.

 

 

 

So die „Theorie“

Gerade zu Beginn des Trainings in Kombination mit dem oft stressigen Alltag ist es unrealistisch, jede Situation entsprechend zu bewältigen. Um sich die Trainingsfortschritte nicht kaputt zu machen und die hart erlernte Leinenführigkeit durch Erfolg mit Ziehen zu zerstören, haben wir ein drittes Kommando eingeführt.

Drittes Kommando: „Schlampern“

Dieses Kommando ist für die Situationen, in denen mir die Zeit fehlt stehen zu bleiben oder für Orte an denen Elsa es bis jetzt einfach nicht lange genug schafft schön an der Leine zu laufen (bei uns ist das ein Waldweg mit viel Wildwechsel).

Das Kommando habe ich in Verbindung mit einer kleinen Schleife am Geschirr eingeführt. Jedes Mal, wenn das Leinentraining vorbei war oder ich gemerkt habe, dass es heute einfach gar nicht klappt oder mir morgens die Zeit gefehlt hat, habe ich die Schleife ans Geschirr gebunden und das Kommando „Schlampern“ genannt. So konnte Elsa bedingt ziehen, zick-zack laufen oder auch länger schnüffeln, ohne dass ich mir meine Traingsfortschirtte zerstört habe. Mittlerweile klappt das Kommando auch ohne Schleife.

Das waren unsere Kommandos, mit denen Elsa nun an der Leine läuft. Bei uns hat es funktioniert, aber natürlich ist jeder Hund individuell und nicht jede Methode klappt auch bei jedem Hund.

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