Hundealltag

Geschirrgriff

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Kennt ihr diese Situation, wenn euer Hund einfach nicht aufhört zu buddeln, zu schnüffeln, etwas zu fixieren oder auch zu anderen Menschen laufen will?

In diesen Situationen greifen die meisten „natürlich“ ins Geschirr, um den Hund zum Abbruch bzw. Stopp seines Verhaltens zu bewegen. Und was machen unsere Fellnasen wohl nach einiger Zeit? Sie versuchen so schnell wie möglich Land zu gewinnen und weichen unserem Griff ins Geschirr aus. Ziemlich logisch, da wir ja versuchen sie einzuschränken und den Spaß zu rauben.

Was also tun, um trotzdem in solchen Situationen Einfluss nehmen zu können?

Oft machen wir ja aus dem Bauch heraus schon vieles richtig, so auch der Versuch das Verhalten durch den Griff ins Geschirr abzubrechen bzw. zu stoppen. Wir müssen nur unserem Hund vermitteln, dass der Geschirrgriff eine tolle Sache ist.

Wie baue ich den Geschirrgriff auf?

Wir haben den Geschirrgriff in zwei Stufen aufgebaut.

Stufe 1: Einschränkung akzeptieren

Zunächst muss der Hund lernen, die durch den Griff vorgenommene Einschränkung zu akzeptieren. Dies wird durch positive Konditionierung aufgebaut. Hierfür gibt man das Signalwort (bei uns ist es „Geschirr“, ihr könnt aber auch „Stop“ oder jedes andere Wort verwenden). Dieses wird freundlich aber bestimmt gegenüber dem Hund geäußert. Nach zwei Sekunden folgt der Griff ins Geschirr, bei welchem ihr Zug aufbaut. Hierbei kann es hilfreich sein, den Zug bereits jetzt leicht nach hinten vorzunehmen, wenn ihr später wollt, dass euer Hund bei Abbruch oder Stopp ins Sitz geht. Es wird gemarkert und anschließend sofort belohnt. Erst nachdem die Belohung erfolgt ist, nehmt ihr eure Hand weg. Euer Hund lernt so, dass eine Einschränkung angekündigt wird und anschließend ordentlich belohnt wird.

 

Doch Ziel ist es ja, dass der Hund nachgibt und sein Verhalten unterbricht bzw. stoppt. Wichtig dabei ist, dass der Hund lernt von sich aus nachzugeben und ihr nicht wie wild am Geschirr zieht und zerrt.

 

Stufe 2: Nachgeben

Hier soll der Hund von sich aus lernen nachzugeben, indem ihm ein Alternativverhalten angeboten wird. Auch hier geht ihr wieder bei Stufe 1 vor, indem ihr euer Signalwort nennt. Zwei Sekunden wartet, ins Geschirr greift und Zug aufbaut und jetzt aber wartet, bis euer Hund nachgibt. Je nach Zugrichtung bzw. abhängig von eurem Hund wird das „Sitz“ eingenommen, zur Seite gegangen oder auch nur die Körperstellung verändert. Das sieht man anfangs gut an der Spannung in den Beinen oder auch an den Pfoten. Hat der Hund nachgegeben, gebt ihr euer Markersignal und ein Leckerli und lasst anschließend das Geschirr los.  Hier kann es hilfreich sein, dass Leckerli so zu geben, dass euer Hund seinen Blick vom Reiz lösen muss.

 

Stufe 3: Nur durch Signalwort

Stufe drei stellt dann sozusagen die Königsdisziplin dar, bei der ein Abbruch- bzw. Stoppverhalten durch die Aussprache des Signalworts auch auf Distanz geschieht.

 

Wir haben den Geschirrgriff mit unserem Hundetrainer zusammen eingeübt. Bei Elsa war das „Festschnüffeln“ der Anlass dafür, dieses Signal aufzubauen. Ich benutze es auch eigentlich hauptsächlich bei übertriebener Nasenarbeit. Mir reicht es dabei auch, dass Elsa ihren Blick abwendet und die Körperspannung senkt. Ich persönlich habe Stufe 3 noch nicht ausprobiert, da ich wenn ich ein Verhalten abbrechen will, immer ohne Probleme zu ihr laufen kann und wir ansonsten z.B. im Spiel mit dem Kommando „Schluss“ arbeiten.

 

 

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